Akupunktur

Eine der ältesten Heilmethoden der Welt ist die chinesische Lehre der Akupunktur, von der angenommen wird, dass sie bereits Menschen, die 3.500 v. Chr. lebten, bekannt war. Historische Funde, wie spitze Steine und sehr scharfe Steinsplitter, belegen diese Annahme. Auch der spektakuläre Fund von "Ötzi", einer ca. 5.200 Jahre alten Mumie, die am 19.09.91 gefunden wurde, unterstützt diese These. An der Mumie wurden einige behandelte Stellen entdeckt, die mit den heute bekannten Akupunkturpunkten übereinstimmen. Die ersten Akupunkturnadeln bestanden aus Gold und Silber und sind ca. 4000 Jahre alt. Im Laufe der Zeit setzte sich die Akupunktur immer mehr durch, bis es dem Heilpraktiker Dr. Manfred Köhnlechner Anfang der 70iger Jahre gelang, die Akupunktur auch in der westlichen Welt bekannt zu machen. Seitdem hat sie sich als erfolgreiche, chinesische Heilmethode etablieren können und wird von vielen Ärzten erfolgreich angewandt. Auch die Schulmedizin erkennt die Akupunktur als Heilmethode an.

Die Akupunktur betrachtet den Menschen, seine Umwelt und die Natur als eine Einheit und versucht, die positiven Strömungen im Organismus zu aktivieren, um eine Harmonie zwischen Körper und Geist herzustellen. Dadurch soll der Mensch kräftiger und widerstandsfähiger gemacht werden. Die klassische, chinesische Akupunktur bezeichnet die Lebensenergie eines Menschen als Qi, die nur dann harmonisch und ungehindert fließen kann, wenn sich die beiden gegensätzlichen Pole, das weibliche Yin und das männliche Yang, optimal ergänzen. Liegen Störungen oder Blockaden vor, verliert der Mensch an Lebenskraft, es können Schmerzen und Krankheiten auftreten. Bei der Akupunktur werden feine Nadeln in festgelegte Akupunkturpunkte gestochen, die sich auf unsichtbaren Energiebahnen (Meridianen) des Körpers befinden. Die ausgelösten Reize regen den Energiefluss an, so dass Störungen und Blockaden aufgelöst werden. Die Behandlung ist kaum zu spüren und auch für Kinder ab dem 8. Lebensjahr geeignet.

Anwendungen der Akupunktur
In der Schmerztherapie wird die Akupunktur mit großem Erfolg eingesetzt, da sie nachweislich Schmerzen lindert, Muskeln entspannt und positiv auf die Psyche wirkt. Sie wird erfolgreich bei Migräne und chronischem Kopfschmerz angewendet und wirkt u. a. bei Erkrankungen der Harnwege, bei Herz- und Kreislaufproblemen, Allergien und Hauterkrankungen, bei psychosomatischen Beschwerden, Depressionen, Schlafstörungen und Erkrankungen des Stütz- und Bewegungsapparates.

Moxa, Moxibustion
Es gibt mehrere Möglichkeiten, Akupunkturpunkte zu aktivieren. Bei der Moxa-Therapie (auch Moxibustion genannt) wird Wärme eingesetzt. Hierbei werden die Blätter der Heil- und Gewürzpflanze Beifuß getrocknet, stark zerkleinert oder pulverisiert. Kleine Mengen der Kräuter werden über dem Akupunkturpunkt abgebrannt. Die entstehende Hitze und die ätherischen Öle wirken auf Nerven und Haut und bewirken so eine Intensivierung der Akupunktureffekte. Die Moxa-Therapie kann auch vorbeugend angewendet werden.

Ohrakupunktur
Die Ohrakupunktur wird unter anderem unterstützend beim Abnehmen und auch zur Rauchentwöhnung eingesetzt. Bei dieser speziellen Akupunkturmethode wird das Hungergefühl nachweislich gemindert, so dass weniger gegessen wird und es zwangsläufig zu einer Gewichtsreduktion kommt. Bei der Rauchentwöhnung werden zusätzlich zur Ohrakupunktur auch Punkte, die auf Magen, Lunge und Psyche wirken, aktiviert. Außerdem senkt die Akupunktur das Verlangen nach einer Zigarette und verringert dazu die negativen Begleiterscheinungen bei einer Rauchentwöhnung.