Die Chirotherapie ist eine sehr alte Behandlungsmethode, die schon bei den alten Griechen und auch in Indien bekannt war und angewendet wurde, um wirbelsäulenbedingte Erkrankungen erfolgreich zu heilen. Hippokrates berichtete ebenfalls von manuellen Behandlungen, um Störungen im Bereich der Wirbelsäule zu therapieren. In Deutschland gelang es Dr. Karl Sell und Dr. Gottfried Guttmann in den 50iger Jahren des letzten Jahrhunderts, der Chirotherapie zu mehr Anerkennung zu verhelfen, so dass sich diese schonende Behandlungsmethode in der medizinischen Fachwelt schließlich etablieren konnte.

Chirotherapie ist Handarbeit
Die Chirotherapie, auch Manuelle Medizin genannt, ist eine bewährte Behandlungsmethode, bei der mit der Hand (manuell) Funktionsstörungen und Blockierungen der Wirbelsäule und Gelenke behoben werden können. Die Chirotherapie arbeitet mit verschiedenen Grifftechniken, um verdrehte, verkippte oder blockierte Wirbel, die allerdings noch bewegungsfähig sind, erfolgreich zu behandeln. Der Chirotherapeut setzt bei der Behandlung spezielle, erlernte und geübte Handgriffe und sehr kleine und schnelle Impulse ein, um die Beweglichkeit und Funktion des betroffenen Bereiches wieder herzustellen.
Blockierungen gehen überwiegend von der Halswirbelsäule, der Brustwirbelsäule und der Lendenwirbelsäule aus und verursachen oft starke Schmerzen. Häufig machen sich die Schmerzen an Stellen bemerkbar, die relativ weit von der eigentlichen Blockierung entfernt sind, so dass für den Laien ein Zusammenhang nicht immer erkennbar ist. Ein Vorgespräch, in dem der Patient über seine Krankengeschichte berichtet und eine anschließende manuelle Untersuchung, lassen einen erfahrenen Chirotherapeuten rasch den Ort der Blockierung auffinden.

Vorbeugen im Alltag
Im Alltag helfen praktische Maßnahmen, Blockierungen zu verhindern. Funktionsstörungen entstehen oft bei hektischen, ruckartigen und unkontrollierten Bewegungen. Das lange Verharren in einer bestimmten Position kann Verspannungen und Verkrampfungen auslösen. Ebenso ist das einseitige Tragen schwerer Taschen, falsches Bücken und Heben, zu vermeiden. Hohe Schuhabsätze belasten Wirbelsäule und Gelenke und sollten nur zu besonderen Gelegenheiten getragen werden. Auch enge Hosen- oder Rockbünde können sich negativ auf die Stabilität der Wirbelsäule auswirken.

Anwendungsgebiete der Chirotherapie
Mit der Chirotherapie sind Kopfschmerzen und Schwindelgefühl behandelbar; sie wird u. a. bei Ohrgeräuschen (Tinnitus), Herzbeschwerden, Schlafstörungen, Magen- und Verdauungsproblemen, bei Hüft-, Bein- und Kniegelenkbeschwerden, bei Nierenschmerzen, Reizbarkeit und Depressionen eingesetzt. Unterstützt oder sinnvoll ergänzt wird die Chirotherapie durch den Einsatz von Muskelentspannungstechniken, Massagen, Reflexzonenmassagen und der klassischen, chinesischen Akupunktur.